Erfahrungen

Wie erkannte ich das bei meinem Baby?

Erst einmal gar nicht. Alle Symptome wurden fehl interpretiert. Emilian konnte meist nur an einer Seite gestillt werden- meine Hebamme meinte dazu, das alle Babys eine „Lieblingsseite“ haben – Aber es ging nicht nur um eine Lieblingsseite. Bei der anderen Seite fing er an zu schreien und bog sich stark nach hinten durch. Nur durch Tricks wie im Liegen verkehrt rum stillen habe ich ihn dann doch an der Seite stillen können.

Mein Baby trank oft sehr unruhig. Es trank hastig und fing oft dabei an zu schreien. Aha meinte die erste Kinderärztin - ein typisches Zeichen für eine Unverträglichkeit der Muttermilch. Vielleicht würde auch nicht genügend getrunken (mein Baby nahm aber sehr gut zu). So sollte ich eine Stillprobe machen und noch besser auf allergenarme Nahrung umsteigen. Da ich auf keinen Fall abstillen wollte, war ich auch zum ersten und letzten Mal bei dieser Kinderärztin.

Emilian schrie sehr oft. Es gab auch nur zwei Varianten. Schlafen oder schreien. Es gab so gut wie keine ausgeglichenen Minuten bei unserem Baby. Ich zweifelte an meiner Mutterrolle. Mit meinem Mann zusammen teilten wir uns die Zeit. Wenn unser Baby nicht schlief hieß es stundenlang umhertragen. Natürlich dachte ich anfangs käme mir mein Babytragetuch ganz recht. Aber dort schrie unser Baby auch meist.

Oft ging ich mit ihm lange spazieren so dass er teilweise vom Rütteln des Kinderwagens etwas schlief. Den superguten Tipp vom Autofahren konnten wir uns verkneifen. Das half nur die ersten Wochen, danach war es eine Tortur mit unserem Baby Auto zu fahren.

Ich fand eine neue Kinderarztpraxis die mir erst kompetent erschien. Mein Sohn würde unter den typischen 3 Monatskolliken leiden. Es gab Vibrucolzäpfchen und eine Anleitung zum Tragen und Massieren. Etwas half das. Wir haben uns in der Zwischenzeit auch belesen und weitere Tips von Freunden geholt. Da gab es in Deutschland einen Kinderarzt, der bei Babys mit den 3 Monatskolliken Einläufe macht. Nach seiner Anleitung nahmen wir in Notfällen das Fieberthermometer und konnten neben Kümmelsalbe/ Zäpfchen unser Kind etwas entlasten. Danach ging es dem Kleinen etwas besser. Aber ausgeglichen war trotzdem längst noch nicht. Nur die Schreiattacken haben sich mal für einige Stunde in Grenzen gehalten.

Mit ca. 4-5 Wochen zeigte sich bei unserem Baby eine am Anfang leichte Neigung des Kopfes in die rechte Richtung. Besonders deutlich sah man das, wenn ich ihn auf dem Schoss im Halbliegen hatte. Erst dachte ich, mein Baby hätte irgendwie Zugluft abbekommen doch innerhalb von 2 Wochen wurde die Schiefhaltung sehr extrem. Emilian konnte dann den Kopf bereits nur noch in starker Schiefhaltung halten und ich sah dass sich die Stirn völlig verschoben hat. Ich machte mir vorwürfe. Man sollte Babys doch immer mit wechselnder Seite Schlafen legen. Doch bei Emilian ging das vom ersten tag an nicht. Weder Bauch noch eine Seitenlage war möglich. Er schrie sofort. So schlief mein Baby immer nur auf dem Rücken. Ich wechselte die Schlafseite im Bett, so das beim nächtlichen Stillen Emilian auch fortan die andere Seite nehmen musste. Auch besorgte ich mir einen Termin beim Kinderarzt. Dieser beruhigte mich. Das wäre völlig normal, da ein Kind immer in Schüben wächst und je nach dem immer eine Seite voraus ist. Das hätten fast alle Babys und das würde auch wieder von selbst verschwinden. Da ich aber weiterhin besorgt war, gab er mir einen Krankengymastikschein für 10-mal Bobath Therapie. Es war gar nicht so leicht jemanden in meiner Nähe zu finden. So ließ ich mir noch ein paar Tage Zeit. Emilian ging es zusehens schlechter. Er schrie immer mehr. Nervlich waren wir beide als Elternteile angeschlagen. Meinen Mann konnte und wollte ich die Nächte nicht überlassen, da er doch am nächsten Morgen arbeiten musste. Meist kümmerte ich mich dann allein. Aber wenn mein Baby 10-12-mal in der Nacht wach wird, kann man einfach irgendwann nicht mehr. Den fehlenden Schlaf holte er auch oft nicht nach. Überhaupt schaffte es Emilian nicht, mehr als 1-1 ½ Stunde am Stück zu schlafen. Er schlief oft sehr unruhig, zappelte und jammerte. Mit meinen Nerven am Ende ging ich noch mal zum Kinderarzt. Dort ließ man mich mit schreienden Baby über 1 ½ Stunden warten. Ich konnte einfach nicht mehr. Tränen standen in meinem Gesicht. So nahm ich allen Mut zusammen und verließ nach langer Wartezeit die Praxis. An diesem Tag suchte ich gleich nach einem weiteren Kinderarzt und fuhr anschließend sofort hin. Ich war sehr enttäuscht das man mich mit meinem Schreibaby so lange warten ließ. Die Kinderärztin nahm sich viel zeit und untersuchte Emilian genauer. Sie sagte, dass diese Scheifhalsneigung nicht normal wäre, zeigte mir, das mein Kind wie ein gebogenes C da lag oder nicht nur die Stirn sondern der gesamte Kopf völlig verformt war. Sie nannte mir eine erfahrende Praxis wo ich mich mit meinem Baby hinwenden sollte. Neben einer Bobaththerapie empfahl sie mir unbedingt eine Cranio- Sacrale Therapie. Diese würde auch in der Praxis angeboten. Ich war dankbar dass ich endlich „Angekommen „ war. Endlich hatte mich jemand verstanden. So rief ich gleich von zu Haus in der Physiotherapie an um einen Termin zu machen.

Die Physiotherapeuten nahm sich Zeit für mein Baby und sah es sich auch genauer an. Sie stellte (ich wunderte mich etwas) mir auch Fragen zur Schwangerschaft und Geburt, zum Stillen und sonstigen Gewohnheiten von meinem Baby. Natürlich verriet ich anfangs nicht, dass mein Baby nachts so häufig wach war, ich war ja selbst sehr verunsichert ob ich nicht etwas falsch machte. Ich bekam Termine zur Bobath Therapie und zusätzlich machte ich auch Termine zur Behandlung mit einer Cranio-Sacralen Therapie.

Am nächsten Tage kann mein Mann von einer Dienstreise zurück und brachte mir einen Elterzeitschrift mit. Ich laß sie gemütlich durch, während mein Mann sich um unser Baby kümmerte. Dort entdeckte ich einen Artikel über Kiss-Babys. Erschrocken und erleichtert zugleich laß ich diesen Artikel mehrfach. Ja was dort stand hätte von uns beschrieben worden sein können. Ich habe mein Baby in dem Artikel 100 % wieder erkannt. Es fiel mir wie Schuppen von den Augen. Am gleichen Abend begab ich mich im Internet auf die Suche nach dem „Kiss Syndrom“ und vielleicht Fachärzte in meiner Nähe. Da ich aus Berlin komme, dachte ich dürfte es nicht so schwer sein. Ich musste aber lange recherchieren um etwas über einen Arzt aus Berlin zu finden. Zufällig über einen Erfahrungsbereicht bin ich auf einem Arzt in Mitte gestoßen. Am nächsten Tag rief ich gleich in der Praxis an und bekam auf Grund der Schilderungen auch für den gleichen Nachmittag einen Termin.

Der Arzt sah sich mein Baby genauer an und unterstrich die Diagnose. Anschließend behandelte er mit sanftem Einränken durch Osteopathie unser Baby. Die nächsten Tage zeigten schon bald eine Besserung. Unser Baby konnte viel besser gestillt werden. Auch gab es Momente der Ruhe, wo wir mit unserem Baby da lagen uns einfach geschmust haben. Es war toll. Wir waren begeistert. Es dauerte ca. 3 Wochen bis sich unser Baby stark zum positiven verändert hat. Nebenbei fingen wir Bobath Therapie an und zusätzlich bekam Emilian 1-mal die Woche Cranio-Sacrale Therapie. Er wurde immer ausgeglichener. Nachts zeigte sich zwar noch keine Änderung. Er kam immer noch sehr oft, ließ sich aber schneller beruhigen.

Durch den Tipp der Therapeutin ( wir testeten es vorher ) besorgten wir uns eine Federwiege. Es war super toll. Innerhalb von wenigen Minuten kam damit unser Baby zu Ruhe und schlief ein. Diese Federwiege ist unser Herzstück. So etwas hätten wir von Anfang an haben sollen... das hätte so manch eine Nacht erleichtert. Diese Federwiege findet man im Internet, aber auch in Tauchbörsen oder bei m E-Bay.

 


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